Kinesiologe

Der Kinesiologe – Tätigkeit, Ausbildung und Therapieverfahren

Der Kinesiologe – Berufsbild und Ausbildung

Die Bezeichnung Kinesiologe ist in Deutschland nicht geschützt, im Prinzip darf sich jeder so nennen. Jedoch sollte jeder, der die Kinesiologie ernsthaft in eigener Praxis praktizieren möchte, eine umfassende Ausbildung absolviert haben, die von einem der Berufsverbände oder anderen kinesiologischen Vereinigungen anerkannt ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Angewandte Kinesiologie sieht eine dreijährige Ausbildung zum “Begleitenden Kinesiologen” vor. Diese Ausbildung steht jedem offen und vermittelt die Basistechniken der Kinesiologie. Ein begleitender Kinesiologe kann den Muskeltest als Biofeedback-Methode ergänzend zu anderen Methoden anwenden, er kann in der Lernberatung tätig werden oder auch eine Prozessbegleitung oder Coaching anbieten.

Darüber hinaus kann jeder Kinesiologe eine Fachausbildung absolvieren und einen Schwerpunkt für seine Arbeit bilden, beispielsweise als Systemischer Kinesiologe, Pädagogischer Kinesiologe, als Sport-Kinesiologe oder als Kinesiologe für Psychokinesiologie.

Therapeutischer Kinesiologe – Tätigkeiten und Therapieverfahren

Ärzte oder Heilpraktiker dürfen sich auch “Therapeutischer Kinesiologe” nennen, für diese Berufgruppe werden spezielle Zusatz-Fachausbildungen angeboten. Meistens arbeitet ein Kinesiologe allerdings ergänzend mit weiteren Diagnose- oder Therapieformen. Weit verbreitet ist die Kombination von Kinesiologie und Homöpathie oder mit Bachblüten, weiteren Formen der energetischen Psychologie (beispielsweise EFT, die Emotional Freedom Technique) oder auch Entschlackungs-Verfahren. Viele Kinesiologen arbeiten außerdem mit der sogenannten Klopf-Akupressur an bestimmten Stellen der Meridiane und mit Glaubenssätzen.

Basis für jede Arbeit als Kinesiologe bildet der Muskeltest: an einem Arm des Klienten wird getestet, ob der Muskel “stark” oder “schwach” testet. Auf diese Weise kann der Kinesiologe ein direktes Feedback vom Körper des Klienten erhalten zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Beschwerden. Hierfür erlernt der Kinesiologe eine spezielle Fragetechnik, da ein solcher Muskeltest natürlich nur “ja” oder “nein” antworten kann. Dass ein solcher Muskeltest für einen Kinesiologen funktioniert, beruht auf der Grundannahme, dass der Körper jedes Menschen Erlebnisse, Überzeugungen und vieles mehr speichert und somit auch Antworten aus dem Unterbewusstsein vermitteln kann, zu denen der Klient auf bewusster Ebene keinen Zugang hat.